Die Ausbildung der Mitglieder der Schützengilde Peitz zum Erwerb der Waffensachkunde

Mit den Um- und Ausbau des Schießstandes verstärke sich in zunehmenden Maße bei den Schützenfreunden das Bedürfnis, die gebotenen Möglichkeiten zum Schießen auch mit einer eigenen Waffe zu absolvieren. Im Vorstand der Schützengilde Peitz bestand bereits seit dem Zeitpunkt der Neugründung die Auffassung, dass die Ausbildung der Gildenmitglieder zur Ablegung der Waffensachkundeprüfung eine wesentliche Vorraussetzung zum Erwerb einer Waffenbesitzkarte und somit Grundlage für ein intaktes und aktives Vereinsleben ist.

Die Ausbildung zur Ablegung der Waffenbesitzkarte erfolgte bereits ab Anfang 1992. Dazu wurden die monatlichen Mitgliederversammlungen der Schützengilde genutzt, um das vorgegebene Ausbildungsprogramm zu erfüllen. Mit dem Polizeipräsidium Cottbus war abgestimmt, dass die Ausbildung zur Waffensachkunde in der Schützengilde eigenständig, die Prüfung zur Waffensachkunde aber vor einer zentralen Prüfungskommission zu erfolgen hat. Als Prüfungskommission wurden durch das Polizeipräsidium Cottbus erfahrene Mitglieder der Schützengilde Cottbus- Sielow bestellt, die auch heute noch dieses Amt ausüben. Bereits am 07. Mai 1992 wurde die erste Prüfung zur Erlangung der Waffensachkundeprüfung durchgeführt. 12 Mitglieder der Schützengilde Peitz, darunter auch eine Frau, Helga Marx, stellten sich dieser Prüfung und absolvierten diese erfolgreich.

Der Gesamtkomplex im Rahmen der Prüfung zum Erwerb der Waffensachkunde setzt sich wie folgt zusammen:

· Beantwortung eines Fragenkomplexes von 30 Fragen (zur Erlangung der Sachkunde auch mit Langwaffen  
  musste zusätzlich ein Fragenkomplex mit 10 Fragen beantwortet werden).
· Prüfungsgespräch zu praktischen Fragen des Schießbetriebes, Ordnung und Sicherheit beim Schießen,
  Umgang mit der Schusswaffe
· Prüfungsschießen mit Kurz- bzw. Langwaffen oder mit Kurz- und Langwaffen. Bei 5 Schuss auf eine 10er
  Ringscheibe mussten jeweils 25 Ringe erreicht werden. Mit der Kurzwaffe wurde auf eine Entfernung von 25
  Metern und mit der Langwaffe auf 50 Metern geschossen. Es wurde mit kleinkalibrigen Waffen (22 lfB)  
  geschossen.

Weitere Prüfungen zum Erwerb der Waffensachkunde wurden in der Folgezeit durchgeführt.

Schon am 13. 05. 1992 legten weitere 8 Mitglieder der Schützengilde Peitz die Prüfung ab. Am 07. September 1992 folgten erneut 18 Mitglieder dieser erfolgreichen Entwicklung.

Weitere Prüfungen waren:

· 21. 11. 1992 6 Mitglieder
· 13. 03. 1993 19 Mitglieder
· 09. 06. 1993 4 Mitglieder
· 02. 11. 1993 9 Mitglieder

Mit diesen Lehrgängen und abgelegten Prüfungen zur Erlangung der Waffensachkunde konnte der große Andrang abgebaut und die Bedürfnisse befriedigt werden. Seit 1994 wurde pro Jahr nur noch ein Lehrgang organisiert.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben 134 Mitglieder (Stand April 1998) der Schützengilde Peitz die Waffensachkunde erfolgreich abgelegt, darunter sieben Frauen. Charakteristisch war, dass alle zur Prüfung geführten Gildenmitglieder erfolgreich waren.

 Ausbildungs- und Trainingsschießen aber auch Wettkampfschießen dürfen laut gesetzlicher Festlegungen nur unter Aufsicht eines geprüften Schießleiters durchgeführt werden. Anfänglich waren es drei Gildenmitglieder, die diese Qualifikation besaßen. Die Belastung für diese drei Schützenfreunde war zwangsläufig sehr hoch. In Abstimmung mit dem Brandenburgischen Schützenbund wurden in der Folgezeit erfahrene Schützenfreunde der Schützengilde Peitz zu Schießleitern qualifiziert.

Gegenwärtig stehen 21 geprüfte Schießleiter der Schützengilde Peitz für einen Einsatz als Diensthabener Schießleiter zur Verfügung, die in der Zwischenzeit noch einen Zusatzlehrgang zur Erlangung der Sachkunde als Schießleiter/Richter für jagdliches Schießen erfolgreich absolvierten und somit auch bei rein jagdlichen Schießveranstaltungen zu einem Einsatz herangezogen werden können.

Hubert Ziesche

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